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10.05.2012BAC

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                     Dorsch
 


Der Dorsch ist der am häufigsten von Anglern gefangene Fisch in Norwegen und auch in der Ostsee.
 

Hier führe ich mein persönliches Lieblingsgerät für das mittlere Dorschangeln auf:

Rute: DAM stellpower light boat 2,10m, 20lbs

Stationärrolle: Penn Slammer 460

Hauptschnur: 0,20er Power Pro

Natürlich kann man auch mit schwererem Gerät auf Dorsche angeln, aber da nimmt jeder Angler was er gerade hat.


Das höchste Gewicht im Jahr erreicht ein Dorsch während der Laichzeit von Januar-April.

Die Dorschbestände in der Ostsee sind nicht gerade berauschend. Viele Jungdorsche, kaum laichfähig gehen uns dort an den Haken.
Grössere Dorsche muss man schon an speziellen Stellen ganz gezielt beangeln.

Trotzdem fahren viele Hochseekutter im Frühjahr, zur Laichzeit in den Öresund zum Dickdorschangeln. Das finde ich nicht gerade zukunftsorientiertes Angeln.
Fische beim Laichgeschäft vorsätzlich beangeln, nur wegen dem hohen Körpergewicht (Rogen/Milc
marco dorsch s jigger
h).
Das selbe gilt auch für die Norwegenfahrer, welche im Frühjahr auf die Laichdorsche gezielt angeln.
Für mich als Sportangler gilt es in erster Linie nicht in die Fortpflanzungsgeschichte der Fische, während der Laichzeit einzugreifen.

Gewichtsgeilheit auf Kosten des Fischbestandes?
Naja, vielleicht ein wenig übertrieben, aber ich will mit gutem Beispiel voran gehen.

Immer wenn fette Rekorddorsche gefangen wurden, sind es die Monate Januar-April gewesen, also Laichdorsche!

Wir haben auch schon in den Monaten Juni-September Dorsche über 10 kg gefangen. In Spitzengewichten bis 17,5 kg. Es geht also auch laichschonend.


 

marco dorsch3


In der Ostsee ist das Dorschangeln vom Angelkutter total eingebrochen.
Die Kapitäne schauen nur auf den Dieseltank, jede Tour ist schon zu weit.
Da werden flache Dorschwiesen angefahren und kaum Dorsche über 40 cm kommen ins Boot. Schön dicht am Hafen, dann bleibt noch genug Diesel im Tank für die Seebestattung am Nachmittag.
In Heiligenhafen liegen nur noch ein paar alte Dinosaurier im Hafen und dümpeln daher. Abgesprochene Platzreservierungen mit Stammkunden, sowie die Animation jeden Babydorsch gefälligst mitzunehmen steht mir bis zum Hals. Von mir gibt’s keinen Cent für so eine Butterfahrt.
Der Preis für eine Tagestour liegt mittlerweile bei 40-50 € pro Person. Das goldene Zeitalter der Hochseekutter von Heiligenhafen ist vorbei.
Bei uns in Travemünde ist nun auch der letzte Angelkutter, die Klaus-Peter II verschwunden und liegt jetzt in Wismar. Nur von Kiel/Laboe fahren noch ein paar wirklich motivierte Kutterbesatzungen zum Dorschangeln auf die Ostsee. Wenn ich jemals noch einmal eine Kuttertour mache, dann von dort aus.


marco dorsch2


Lediglich die Kleinboote in der Lübecker Bucht fangen immer konstant gute Dorsche von 50-90 cm.
Ein gemietetes 5-6 m Kleinboot mit 5 PS 4 Takter kostet auch mal gerade 40-50 € am Tag. Das ganze mit 2 Personen + Benzin, da komme ich kaum auf 30 € pro Nase.

Über das Dorschangeln in Norwegen muss man eigentlich nichts grossartiges Schreiben. Bergmann Pilker und einen roten Beifängermakk, fertig ist die Dorschmontage.
Natürlich kann man aus dieser, total simpel zu beangelnden Fischart eine Wissenschaft machen.
Hochkomplizierte Dorschfliegen und Schni-Schna-Schnappi Dorschbomben-Gummifisch-Tüddelütt werden da plötzlich zur Geheimwaffe in Berichten und Katalogen erklärt.
In Norwegen benutzen die Einheimischen Angler und Fischer fast ausschliesslich 200-600 g Bergmann Pilker in silber/chrom und Makks in allen Farben, der Favorit ist hier natürlich rot.

In der Ostsee haben sich die Farben knallrot in Kombination mit gold/silber als Allroundfarbe für leichte Pilker von 20-60 g durchgesetzt.
Die Tannenbaumangelei mit 100 g Pilker + 5 Beifänger ist total veraltet.
Leichtes Zeug ist hier angesagt, ohne das ganze Lametta. Wir fischen auch sehr gerne mit Gummifischen und leichten Bleiköpfen von 10-80 g. UV aktive Farben werden mittlerweile sehr häufig von den “guten” Pilkerherstellern verwendet.


 

willi tangdorsch1

Auf dem Bild oben sieht man schön den Unterschied zwischen Tangdorschen und normal gezeichneten Dorschen. Es ist ein und dieselbe Fischart. Nur der rotgefärbte Dorsch hatte die meiste Zeit seines Lebens in Tangfeldern verbracht. Der Dorsch hat die Farbe seiner Umgebung angenommen. Nicht die Planzen haben dem Dorsch die Farbe gegeben. Auf dem unteren Bild hält Frank ebenfalls einen sehr schönen Tangdorsch in die Kamera. Auch am Nordkap gibt es nicht nur grosse, sondern auch bildhübsche Fische.

frank tangdorsch1

 

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